Interessantes

Der Gedanke, sich schriftstellerisch mit der heimatlichen Gegend, der Mark Brandenburg, zu beschäftigen, kommt Fontane während seinem Englandaufenthalt im Jahre 1856. Die entscheidende Anregung, die bald zu dem festen Entschluss führt, erhält er ebenfalls während einer Schottland-Exkursion im August 1858. Es folgen nun in den kommenden rund 25 Jahren unzählige Reisen und Fahrten in die Gegenden der Mark Brandenburg, von denen er stets mit neuem Stoff heimbringt, der ihn in seiner Fülle und Interessantheit selbst immer wieder überrascht.

Bald kümmert er sich auch um erster Veröffentlichungen seiner Aufsätze, die zunächst in verschiedenen Zeitungen abgedruckt werden. Als erste Zeitung veröffentlicht die „Neue Preußische (Kreuz-)Zeitung“ von Oktober bis Dezember 1858 eine Folge von sechs Aufsätzen unter dem Titel „Märkische Bilder“.

Später folgt unter anderem auch das „Morgenblatt für gebildete Leser“ und bringt in den Jahren von 1860 bis 1864 in Fortsetzungsgruppen „Bilder und Geschichten aus der Mark Brandenburg“.

1860 äußert Fontane dann zum ersten Mal die Absicht, seine sehr verstreut gedruckten Arbeiten zu sammeln, um sie in gemeinsam als Buch herauszugeben. Der erste „Wanderungen“-Band, der dann tatsächlich 1861 unter dem Titel „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ erscheint, umfasst noch sehr ungeordnet die einzelnen Artikel und Texte Fontanes, die zuvor schon mehr oder weniger in Zeitungen veröffentlich worden waren.

Was nun folgt, ist einerseits ein beständig wachsender Berg an Material und andererseits eine stetige Umarbeitung und Erweiterung der bestehenden Texte, sowie Neusortierung der einzelnen Kapitel. Auch als 1863 ein zweiter Band mit dem Titel „Das Oderland“ erscheint, war das Vorhaben der „Wanderungen“ in seinem Umfang und seiner Form noch keineswegs absehbar. Erst am 24. September 1873 schlägt Fontane seinem Verleger Wilhelm Hertz eine gänzlich neue und überarbeitet Einteilung der „Wanderungen“ vor, die sich stark an geographischen Kategorien orientiert. Sie sollte folgendermaßen sein:

1. Die Grafschaft Ruppin
2. Das Oderland (Barnim-Lebus)
3. Spreeland (Barnim-Teltow)
4. Havelland

Abgesehen von der Ordnung von „Spreeland“ und „Havelland“ und zahlreichen Erweiterungen der einzelnen Bände, die Fontane auch danach noch vornahm, ist dies bereits die endgültige Einteilung der „Wanderungen“-Kapitel und -Aufsätze, wie sie 1881 mit dem Band „Spreeland“ abgeschlossen wird und auch heute verwendet wird.

Heute umfassen die „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ vier Bände, welche die Titel „Die Grafschaft Ruppin“, „Das Oderland“, „Havelland“ und „Spreeland“ tragen. Hinzu kam (erstmals 1888 erschienen) der Band „Fünf Schlösser“, der eng verwandt mit den „Wanderungen“ ist, jedoch auch Unterschiede zu ihnen aufweist. Schließlich gibt es eine Menge Texte von Fontane, die in direktem oder indirektem Zusammenhang mit den „Wanderungen“ stehen, sich um das Thema Mark/Brandenburg drehen oder ursprünglich für die „Wanderungen“-Bände vorgesehen waren, später jedoch ausgegliedert wurden. Diese Gliederung behalten auch alle Ausgaben der Wanderungen bei.

Eine besonders lange Entstehungsgeschichte kann der Band „Spreeland“ aufweisen, denn ca. die Hälfte seiner Texte gehen auf die aller ersten Anfangsjahre des Unternehmens „Wanderungen“ zurück. Tatsächlich ist das Eröffnungskapitel des heutigen „Spreeland“-Bandes („In den Spreewald“) das erste von Fontane verfasste Feuilleton und bereits 1859 zum ersten Mal veröffentlicht worden. Ähnlich steht es mit vielen anderen Teilen des „Spreelandes“, die im Laufe der Zeit sich ihren Weg durch die drei ersten Bände und zahlreiche Auflagen bahnten. Erst 1979 gewann auch dieser abschließende Band Kontur, indem Fontane innerhalb der Neuauflagen der anderen drei Teilen bestimmte Texte ausschied, um sie in eine vierten Band „Spreeland“ einzugliedern. Außerdem unternimmt er 1881 einige Recherche-Reisen, um den Band zu komplettieren. Der 1882 veröffentlichte Band führte die Sammelbezeichnung „Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Vierte Teil“ und den Haupttitel „Spreeland. Beeskow-Storkow und Barnim-Teltow“. Bei der Gestaltung dieser 1. Auflage blieb es auch, als 1886 die 2. Auflage und 1892 die 3. Auflage gedruckt wurden.

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