Persönlichkeiten in der

Familie v. Minckwitz

Folge 4: Hans-Lothar v. M. (B XIII16), Linie Esaias.

Biographische Anmerkungen
über
Hans-Lothar, B Xlll16, Linie Esaias
geb.: 27.08.1887 in Hamburg-Altona
gest.: 27.09.1914 in Molundu, Kamerun.

Einleitender Hinweis:

Über kuriose Wege gelangte ich an Hans-Lothars „Sammel-Buch“ durch persönliche Übergabe von Frau Gabi Scholz aus Hamburg.

Eine Beziehung zu unserem Namen und Familie erlangte Frau Scholz über Ihre Eltern, die mit seiner Schwester, Margot v. Salmuth, geb. v. M., B XIII18, in Hagen sehr befreundet waren. Aus dieser sehr freundschaftlichen Verbindung ihrer Eltern sah sie sich – als Tochter – verpflichtet, dieses Sammel-Buch von Hans-Lothar wohlbehalten an unsere Familie weiterzuleiten.

Im Sommer erfolgte durch den Besuch von Frau Scholz in Lichtenbusch die dankenswerte Übergabe dieses Sammel-Buches.

Biographische Anmerkungen:

Als erstgeborener Sohn seiner Eltern, Vater: Hans v. M., B XII21, Kgl. Preuss. GenLt. a.D. wurde seine Entwicklung wohl maßgeblich auch militärisch geprägt. Gute Ausbildung und Wohlerzogenheit bildeten wesentliche Grundlage seines zwar kurzen Lebensweges.

In seinem Sammel-Buch sind eigene gemalte Bildchen aus seiner Kinderzeit. Auch hier zeigt eine kolorierte Zeichnung als 11-jähriger, Eindrücke von einer Parade seines Vaters hoch zu Ross.

Schulische Ausbildung:

Seine gesamte Schulzeit erlebte er in Hbg-Altona, wo er am 06.03.1905 ein sehr ordentliches Abitur – unter Erlass der mündlichen Prüfung – ablegte. Sein erklärter Studium Wunsch war: „Rechtswissenschaften“.

Schon früh lassen sich seine besonderen Neigungen zur Kunst und Theater belegen. Wo immer er zu Besuchen z.B. in Gera, Berlin bzw. Cottbus weilte, war ein Besuch des Theaters selbstverständlich. Rege Anteilnahme nahm er an den Veranstaltungen des „Altonaer Wissenschaftlichen Primaner Verein „Klio“. Mit zunehmenden Alter wurden Anlässe mit Tanz nach festlichen Diner wichtiger.

Studium:

Zum Studium zog es ihn nach München.

Als Student jur. genoss er wohl besonders diese kulturelle Hochburg! Neben den terminierten Vorlesungen der Juristischen Fakultät besuchte er Konzerte, Theatervorstellungen im Gärtnerplatz, Prinz-Regenten-Theater, Hof- und National-Theater. Wohltätigkeitsbälle und die besonderen Faschingsbälle. Das Deutschen Theater, in der Schwanthaler Str., zogen ihn magisch an, wo er z.B. beim Bühnen-Ballfest mit dem Motto „Böser Buben Bühnen-Ball“ oder dem „IX. Bal paré“ stets eine gute Figur machte, In dieser Zeit erkundete er den südbayerischen Raum bis hin nach Salzburg.

Militärischer Werdegang/Ausbildung zum Offizier:

Am 08.03.1906 trat er in die 10.Komp. des Infanterie Regiments 31, „Graf Bose“ ein, absolvierte in Kassel die Offizierschule mit schriftlichen Offizier Examen im Juni 1907.

In seinem Stammregiment in Hbg-Altona wird er zum Leutnant befördert und erfährt nunmehr eine intensive Einführung in das gesellschaftliche Leben in Offizier- und zivilen Kreisen. Unbenommen pflegte er erneut in Hamburg seiner Zuneigung zum Theaterleben, Schauspiel und Festbällen; hier besonders als gerngesehener Tänzer.

Pilotenausbildung:

In dieser Zeit um 1910 meldete er sich zu einer Ausnahme-ausbildung zum Piloten auf dem Zweidecker „Albatros“. 1911 erwarb er den 135. Pilotenschein zum Fliegen dieses „Flugapparates“.

Während der Ausbildung überlebte Hans-Lothar einen selbstverschuldeten Unfall, der durch einen zu starken Ausschlag des Höhensteuers den „Flugapparat“ zu Boden stürzen ließ. Geringer Schaden war die Folge.

Er trug als ein so junger Pilot zum Ruhmesblatt der Geschichte deutscher „Militär-Flugschiffahrt“ bei.

Vorbereitung zur Verwendung in der Schutztruppe im Kamerun:

Dank seiner Sprachbegabung wurde er vom 15. Apr. bis 15. Aug. 1912 nach Berlin zum Seminar für Orientalische Sprachen kommandiert, um die „Jaunde“ Sprache zu erlernen. Die schriftliche Dolmetscherprüfung legte er mit Erfolg ab und war dadurch vorbereitet für einen Einsatz in den Schutztruppen der Deutschen Kolonien Afrikas.

Einsatz im Kampf der Schutztruppe gegen die Entente (England, Frankreich und Belgien) im Kamerun.

Einer der letzten Belege/Maßnahmen zur Vorbereitung auf seinen Einsatz im Kamerun war ein Telegramm des Personalreferates zur „obermilitärärzlichen Untersuchung“ am 27. Februar 1913 in Berlin. Danach wurde wohl seine Versetzung verfügt. Leider sind in seinem Sammel-Buch keine weiteren Unterlagen über genaue Versetzungsverfügung, Verband und Standort seines neuen Schutztruppenverbandes im Kamerun ausgewiesen.

Fazit

Viel zu jung und kurz vor seiner Beförderung zum Oberleutnant wurde Hans-Lothar bei Kämpfen um Nagli schwer verwundet und verstarb am 27.09.1914 in Molundu/Kamerun.

Eine hoffnungsvolle Kariere fand so früh und so tragisch ein soldatisch zu ehrendes Ende.

Verfasser: © Horst v. Minckwitz im Oktober 2019

Quellen: Sein „Sammel-Buch“ und Chronik – Linie Esaias


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